Machen wir uns nichts vor, die virtuelle und die reale Welt wachsen immer mehr zusammen. Was im Netz passiert, beeinflusst unseren privaten Alltag mittlerweile genauso, wie Politik und Weltwirtschaft. Jüngstes Beispiel: Beckie Williams und ihr Kampf für billige Übergrößen-BHs.

Die 26-jährige Kinderbuchautorin war es einfach leid, für Doppel-D-BHs mehr zu zahlen als für normale Größen. Ihrer Meinung nach diskriminiert die britische Kaufhaus-Kette Marks & Spencer Frauen mit großen Brüsten beim Einkauf von Unterwäsche. Immerhin 2,20 Euro Zuschlag zahlen Kundinnen mit großer Oberweite bei Marks & Spencer. Ein Umstand, den Williams nicht mehr hinnehmen wollte. Die junge Frau aus Brighton startete bei Facebook die Aktion "Busts 4 Justice", um gegen die Busensteuer in den Kaufhäusern zu protestieren. Innerhalb kurzer Zeit fand Williams im Netz 13.000 Unterstützer, darunter auch viele männliche User. Zusätzlich griffen mehrere britische Tageszeitungen die Debatte ("Hände weg von unseren Brüsten!") auf und gossen damit zusätzlich Öl ins Feuer. Als sich Williams auch noch für ganze 3,80 Euro Anteile an der Kaufhauskette kaufte und damit drohte, die Hauptversammlung der Anteilseigner mit einem Protest-Auftritt zu sprengen, gab Mark & Spencer schließlich auf.

"Wir haben verstanden, dass unsere Kunden unzufrieden sind mit unserer Preispolitik bei Übergrößen BHs. Wir haben einen Fehler gemacht", erklärte kürzlich eine Sprecherin. Um sich bei den Damen mit großer Oberweite zu entschuldigen, gibt es jetzt sogar ein Sonderangebot: Wer bei Mark & Spencer bis zum 25. Mai einen BH in Übergröße kauft, bekommt auf die bereits reduzierten Produkte noch einmal 25 Prozent Rabatt. Wir finden das super und würden nie auf die Idee kommen, Frauen aufgrund ihrer Oberweite zu diskriminieren. Im Gegenteil ...