Die Supertalente singen, tanzen, spaßen um die Wette, dass es eine wahre Freude ist. Zumal es ja nichts gibt, bei dem man nicht sagen könnte, dass da auch irgendwie ein Talent dahinter steckt. Das Format ist die konsequente, ja notwendige Weiterführung aller bisherigen "Land-so-und-so sucht sein irgendwas". Hier kann jeder mitmachen, denn weder Alter, Genre, Geschlecht, Ausbildung des Talents spielen eine Rolle. Das einzige was zählt ist die Frage: Bringen die angehenden Stars den versammelten Mob auf den Rängen zum lachen, weinen, brüllen, mitleiden oder zu peinlicher Berührtheit?



Das nennt man gelebte Egalität, wo etwa selbst ein Mann weit jenseits eines Alters, in dem pubertierende Spaßigkeit tatsächlich lustig sein kann, unter dem Gejohle der Masse Dank seines besonderen Talents, "Furzmusik" zu produzieren, in die nächste Runde kommt. Und im gleichen Zuge eine junge Dreizehnjährige mit berühmter Schlagersängermutter rausfliegt, da sie ihr mehr oder weniger vorhandenes Gesangstalent mit zu viel Ernsthaftigkeit und fehlender Selbstironie rüber zu bringen versucht. Denn was soll das bitte sein: Gesangstalent? Da könnten ja sämtliche Kirchenchöre, Musikhochschulklassen und Schlagerkapellen anrücken und alle müssten sie theoretisch weiterkommen.

Also, bitte die Kirche schön im Dorf lassen und sich an so wunderbaren Performanceeinlagen wie diesem schwedischen Tanzquartett erfreuen, die weder vorgeben ein Talent zu besitzen, noch ernsthafterweise an eine irgendwie geartete Karriere denken, sondern einfach nur für fünf Minuten im Scheinwerferlicht stehen und die Leute auf nette Art zum Lachen bringen wollen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.