Richtig zur Mode ist es geworden, dass sich noch die entlegensten Berufsgruppen ihrer Kleider entledigen und sich für den guten Zweck oder, auch beliebt, zur Eigen-PR ablichten lassen. Da kann dann, wer möchte, jeden Monat eine andere Nackerte anglotzen und sich an den meist charmant-naiven Posen der Jungbäuerinnen, Sportanglerinnen, Studentinnen, Englisch-Lehrerinnen, Ski-Lehrerinnen und was es sonst noch alles gibt, erfreuen.

Und trotz der Vielfalt geht es dabei doch recht konventionell zu. Die meisten Frauen lassen sich in Posen ablichten, die man aus jedem x-beliebigen Pinup-Kalender kennt, nur etwas züchtiger, um nicht zu sagen verschämter. Gut, anders und ungewöhnlich ist jeweils das "Berufsumfeld", es wirkt irgendwie frischer und weniger geleckt.



So weit so gut, da lässt sich nichts dagegen einwenden. Nun hat dieser Trend auch die Männerwelt erfasst. Das klassische Schema wird auf den Kopf gestellt und im Zuge dessen erscheinen auch immer mehr Männer-Kalender, die sich nicht nur an ein homosexuelles Publikum richten, sondern auch ganz gezielt Frauen ansprechen wollen, die ja bekanntermaßen weniger stark auf explizites Bildmaterial reagieren. Also auch hier: Jung-Bauern, Feuerwehrmänner, Ski-Lehrer und jetzt auch noch ein Jung-Künstler-Kalender. Gut, man könnte sagen harmlos, und dennoch, die Bilder erzählen kleine Geschichten und sind selbst wiederum sehr künstlerisch gemacht.

Und wer sich eigentlich keine Nacktfotos zu Hause hinhängt, kann hier immer argumentieren, es handle sich dabei im Grunde genommen um einen hintersinnigen Kommentar zu den Widersprüchen des Kunstmarktes.