Die besten Kriminal-Geschichten schreibt nach wie vor das Leben. Die folgende klingt so unglaublich, dass die Drehbuchautoren von Tatort-Krimis sie wohl gleich wieder verworfen hätten: Der Brite Brian T. wacht nach einer unruhigen Nacht auf und findet seine tote Ehefrau neben sich im Bett. Geschockt stellt Brian fest, dass seine Gattin offensichtlich erdrosselt worden ist. Für ihn bricht endgültig eine Welt zusammen, als sich heraus stellt, dass Brian T. selbst der Mörder ist. Trotzdem hat ihn jetzt ein Gericht frei gesprochen, denn für Straftaten die man im Schlaf begeht, kann man zumindest in England nicht verurteilt werden.

Als notorischer Schlafwandler hatte Brian schon so einige seltsame Dinge angestellt. Deshalb schlief das Ehepaar normalerweise auch in getrennten Schlafzimmern. Der Meuchelmord an seiner Frau passierte allerdings im Urlaub, den die beiden ausgerechnet in einem engen Wohnwagen mit nur einem Bett verbrachten. Weil Brian T. nachts davon träumte, Jugendliche vom Camping-Platz seien in seinen Wohnwagen eingebrochen, um ihn zu berauben, stürzte er sich auf seine Frau und nahm die sie so lange in den Schwitzkasten, bis sie jämmerlich erstickte.

Was lernen wir aus dieser tragischen Geschichte? Krimi-Autoren sollten abwegige Ideen nicht gleich verwerfen. Die Diagnose "Schlafstörung" kann einen vor einem langen Knast-Aufenthalt bewahren. Und: Urlaub im Wohnwagen kann tödlich sein. Wir schlafen trotzdem lieber zu zweit im Bett. Falls uns mal etwas ähnliches passiert, wissen wir zumindest, was wir vor Gericht aussagen müssen ...